Die Fabel vom Eichhörnchen David Haselnuss

Heute möchte ich Euch die Fabel von David Haselnuss erzählen dem malernden Eichhörnchen.

Ihr müsst wissen, in der Waldtierwelt sind die Eichhörnchen für das Malern in den Höhlen und Bauten der anderen Waldbewohner zuständig. Mit Ihren buschigen Schwänzchen kommen sie in alle Ecken. Und weil sie im Wald so flink unterwegs sind, wissen sie wo es die besten Materialien für Farben und sonstigen Baustoffen gibt.

Also dieser nette und sonst auch sehr fleißige David Haselnuss ist dazu auch noch sehr günstig.

„So ein Eichhörnchen braucht ja nicht viel.“

Er malerte für den Dachs und den Biber, die für die Bauarbeiten im Wald zuständig sind. Er malerte für den Bären, der sorgt für die Ordnung im Wald. Und er malerte für den Fuchs, der die Finanzen im Auge hat. Er arbeitete viele Jahre für fast jeden im Wald, weil er ja so billig war. Aber über all das Arbeiten vergaß er die anderen Eichhörnchen. Diese schauten sogar mal in anderen Teilen des Waldes oder auch in anderen Wäldern vorbei. So fanden sie auch mal andere Baumaterialien oder unterhielten sich miteinander über Dies und Das und über Vieles und Jenes. Sie tauschten sich aus über Stroh- und Löwenzahntapeten, über Walnussputz und Rindenböden. Sie sprachen aber auch über die Bezahlung der erbrachten Leistungen und waren sich über die Jahre einig. „Wir benötigen zwischendurch mehr Bernsteine!“ Denn Bernstein war das Zahlungsmittel im Wald.“Der Biber verlangt mehr Bernstein für den Bau des Zweitwohnsitzes im Nachbarwald, der Bär bekommt mehr Bernstein dafür das er die alten Bäume wegräumt und der Fuchs möchte mehr Zinsen für die geliehenen Bernsteine. „Also auch mehr Bernsteine für unsere Malereien“, sprachen sie.

Nur David Haselnuss sagte sich: „Ach, so ein Eichhörnchen braucht nicht viel! Und wenn ich günstiger bleibe als die anderen Eichhörnchen so bleibt mehr Arbeit für mich.“

Dieses blieb auch bei den anderen Waldbewohnern nicht unbeachtet und so war das Eichhorn gut gebucht.

Erst!

Irgendwann wollten die Waldbewohner nicht nur immer Brennnesseltapeten und es so günstig wie möglich.

Sie wollten auch einmal Walnussputz und Rindenböden. Und weil David nur das eine bieten konnte, wurde es immer weniger und weniger für David. Da fragte auch David sich: „Woran liegt das?“

Er fragte nach bei seinen früheren Kunden und den anderen Eichhörnchen und so wurde ihm klar: „Ich brauche Bildung und mehr Bernstein.“ So verlangte er nach langen Jahren ohne Bernstein-Preis-Erhöhung, mehr Bernsteine für die gleiche Leistung. Sehr viel mehr. Aber auch dadurch wurden seine „Kunden“ nicht mehr. Diese sagten zu ihm: “ Noch vor einem Jahr habe ich nur die Hälfte bezahlt und das was die anderen Eichhörnchen mir bieten, kannst du noch lange nicht! Wir wollen Walnussputz und Rindenböden.“ Eins kam zum Anderen. David machte sich unter seinen Eichhörnchen-Kollegen und den anderen Waldbewohnern unbeliebt und unglaubwürdig, die Aufträge blieben aus. Weil er sich vorher durch seine störrische Einstellung bei den anderen Eichhörnchen schon unbeliebt gemacht hatte, zeigte ihm auch keiner wie es mit dem Walnussputz und den Rindenböden funktioniert.

Er musste wegziehen und man erzählt sich, das er jetzt in einem Vorstadtwäldchen für seine „Günstiger-Bernstein-ist-geil-Kunden“, für ein paar Bernsteine weiter seine Brennnesseltapeten kleben darf.

Und die Moral von der Geschicht: Immer der Günstigste zu sein, das rechnet sich nicht!

4 thoughts on “Die Fabel vom Eichhörnchen David Haselnuss

  1. Ja, das ist eine tolle Geschichte. Es zeigt uns aber auch, das jede Arbeit sein gutes Geld wert ist. Wir müssen uns immer wieder an die Bedürfnisse unserer Kunden anschließen. Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Z E I T!

    • Hallo Frau Hagen,
      genau das wollte ich mit der Geschichte ausdrücken. Auch einmal über den Tellerrand hinweg schauen und sehen was macht mein Mitbewerber. Von Einander lernen, es wäre schön wenn es im Handwerk wieder ein Miteinander- anstelle von Gegeneinanderarbeiten geben würde. Vielleicht denken ja auch einmal die Richtigen über ihre Unternehmenführung nach. Geiz-ist-geil ist doch schon seit Jahren out!

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