Deckenfries aber bitte nur da wo es passt

Im letzten wie in diesem Jahr auch, kommt meistens bei dem ersten Vororttermin die Aussage:

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Stuck und Fries rahmen hier eine klassische Wischtechnik ein. Bei Deckenhöhen von über 3,00 Metern wirkt ein Stuck von wenigen Zentimetern natürlich nicht.

„Wir haben uns da schon etwas überlegt! Wir möchten da an der Decke so einen Rand. Das haben unsere Nachbarn auch.“ Dieser „Rand“ unter der Decke ist erst einmal eine gute Idee, sollte aber wohl überlegt sein.

So ein Deckenfries war in vergangenen Epochen ein schmückendes Zierband. Bei hohen Deckenflächen wurde er dazu genutzt den Raum ein wenig niedriger wirken zu lassen, da er in der gleichen Farbe gestrichen wird wie die Deckenflächen. Sozusagen eine optische Täuschung, da das Auge in weißen Flächen keinen Bezugspunkt hat. (Stuck der Armen, vielleicht auch schon einmal gehört.)

 

„Als Fries wird in der Architektur ein lineares, meist waagrechtes Stilelement bezeichnet. Es ist ein schmaler Streifen, der einer Umgrenzung, Abgrenzung, Gliederung und Dekoration von Teilen eines Bauwerks dient.[1] Der Fries kann glatt sein oder plastisch hervortreten, gemalt oder aus einzelnen Bauteilen zusammengesetzt sein. Manche bestehen aus mehreren schmalen Friesbändern beziehungsweise ihren Ornamenten.

Friese dienen der Gliederung einer Fassade und ähneln insofern den Gesimsen. Der Unterschied zu den leistenartigen Gesimsen liegt in der Wiederholung eines Musters, dem Rapport – einer Schmuckform in einem gleich bleibenden Rhythmus.[2] Gesimse sind mitunter von Friesen begleitet oder mit ihnen kombiniert.

In der griechischen Architektur der Antike ist der Fries vorrangig ein konkretes Bauglied. Aber auch als Relief wurden Friese bereits in der Antike verwendet – in der Architektur, in der Plastik, beispielsweise an Sarkophagen, und in der Toreutik. Als rein zweidimensionales Ornament wurden sie ferner in der antiken Malerei und Vasenmalerei sowie bei Mosaiken eingesetzt.“

Internetquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fries#Einzelnachweise_und_Fu.C3.9Fnoten471654_272231742872208_678038990_o

In der Altbausanierung dient er oft dazu eine unebene Decke optisch zu kaschieren, da man den Fries in jedem Fall gerade und mit Hilfe einer Wasserwaage setzen sollte. So ein Randfries eignet sich auch bestens um eine dunklere Farbe im Randbereich zur Decke, aber auch zu den Anschlußwänden, abzusetzen. Diese Spiegeltechnik bildet dann, wenn er gestalterisch richtig eingesetzt wird, eine Akzentfläche. Hier gilt, weniger ist mehr!

Nicht überall und nicht jede Wand eignet sich als Akzentwand. Ihre Lieblingsmöbel oder ein schönes Bild richtig in Szene zu setzen bedarf da oft ein geschultes Auge. Das Zusammenspiel von Inventar, Oberflächen, Licht und Schatten ist hierfür zu berücksichten.

 

Oft komme ich dann in bereits renovierte Räume und frage mich dann: „Soll hier die dunkle Akzentfläche wirken oder der davor gesetzte helle Heizkörper?“ Nur um dem Kunden gerecht zu werden, wurde ohne Sinn und Verstand drauf los renoviert und da wo es der Kund wünscht die „besondere Wandgestaltung“ hingezaubert.

So ein Deckenfries schafft eine zusätzliche optische Ebene die auch für“Unruhe“ im Raum sorgen kann. Handelt es sich um einen Wohnraum in dem Ruhe und Erholung gewünscht sind, z.B. ein Schlaf- oder Wohnzimmer, sollte man diesen Fries wenig bis gar nicht einsetzen.

 

Sie sehen, auch so

ein Fries will wohl überlegt sein. Deswegen soll ein Decken- oder Wandfries auch nur dort gestalterisch platziert werden wo er auch passt.

 

Stuck und Friese
Stuck und Friese in einem Kapitänshaus in Papenburg
Farbe des Jahres 2016
Akzentwand mit Goldocker

 

Schlafzimmer vorher, mehrere farbige Ebenen schaffen viel unruhe im Schlafzimmer
Schlafzimmer vorher, mehrere farbige Ebenen schaffen viel unruhe im Schlafzimmer

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