Maler

Wertschätze das Handwerk

Vor einigen Tagen hat der Blog von Alexander Baumer „Das Handwerk schafft sich ab! Selbstzerstörung vom Feinsten…“ auch meine Aufmerksamkeit erlangt. Alexander schreibt hier von Preisverfall und gegenseitigem Unterbieten, unter anderem  auch von alteingesessenen Betrieben. Er läßt aber einen Lösungsvorschlag offen.

Auch sein Kollege Robert Paulus greift in, „Handwerk lerne!“, seinem Blog dies Thema auf. Er sieht das Problem beim Chef. Sein Lösungsvorschlag ist: weniger Transparents, Vergleichbarkeit und mehr Emotionen.

„Auf geht´s Handwerk!!!“ Lerne aktiv zu verkaufen. Ist seine Bitte an die Unternehmer.

Emotionen schaffen wir Maler aber auch im Kleinen. Natürlich gibt es die Wunschkunden, es gibt aber auch die Kundenwünsche die nicht zu vergessen sind. Jedem Malermeister der mir sagt: „Ich befasse mich jetzt nur noch mit den außergewöhnlichen Anfragen, der kreativen Gestaltung, eben die Arbeiten mit denen ich fast den doppelten Umsatz mache!“ Den muß ich fragen: „Was machst du die restlichen 9 Monate des Jahres?“

Beiden gebe ich natürlich Recht!

Eine Veränderung, auch bei der Denkweise , sowohl beim Kunden als auch beim Handwerksunternehmer, wird dringend Zeit!!!

Beide schreiben von austauschbaren Erfüllungsgehilfen.

Wer möchte das schon sein?

Ich habe zwei Jahre die Schulbank der Meisterschule in der Abendschule gedrückt, war zeitgleich, bei beiden Kindern, in der Elternzeit und habe nebenbei gearbeitet sowie mein Business aufgebaut.

Ich möchte so nicht genannt werden! Ich habe mir den Meister-Titel redlich verdient!!!

Klar heißt Unternehmer sein auch entbehren zu können.

Ich glaube kein Fachhandwerker oder Meister hat diese Bezeichnung verdient!!!

Wertschätzung vom Kunden für das Handwerk!!!

Wo wären wir ohne die Handwerker?

Hier greife ich die Worte von Alexander Baumer wieder auf: „Ohne das Handwerk würden wir Alle noch in Höhlen leben!“

 

Für mich beginnt das Problem der fehlenden Wertschätzung schon bei den heranwachsenden Jugendlichen. Diese bekommen oft schon bei der Berufswahl von ihren Eltern zu hören:

„Wenn es nach der Schule oder dem Abi erst mal nichts wird dann machst du halt eine Ausbildung bei dem Handwerksbetrieb um die Ecke.“

Meine Damen und Herren,

dieser Abschnitt ist oftmals eine wertige Ausbildung und setzt den Grundstein für einen weiteren Lebensabschnitt im Leben ihrers Kindes!

 

Zum Thema Handwerkskammern und Innungen im Zusammenhang der Wertschätzung habe ich schon einmal meinen Blog „Weckruf“ veröffentlicht.

In diesem Jahr gab es eine Umfrage, ob es sinnvoll wäre weitere Teilbereich des Malerhandwerkes auch schon in der Ausbildung zu Spezialisieren, um das Handwerk interessanter zu machen. Das Berufsbild Maler- und Lackierer ist bereits in drei Fachrichtungen unterteilt:

  • Gestaltung und Instandhaltung (Maler und Tapezierer)
  • Kirchenmalerei und Denkmalpflege
  • Bauten- und Korrosionsschutz

Ich denke das reicht.

 

Das ist schon mal ein Anfang.

Die Handwerkskammern haben sich dafür eingesetzt, dass der Meistertitel, mit dem Hinweis auf  Niveaustufe des Deutschen Qualifikationsrahmens, dem akademischen Titel Bachelor gleichgesetzt wird.

So sind wir dann bei meinem Vorschlag für eine weitere Änderung und Wertschätzung des Handwerks: Der Einführung der Abrechnung nach Preisgruppen bzw. Listen eben wie bei Ärzten oder Anwälten. Hierfür könnte man die Abrechnungsliste für Maler- und Lackiererarbeiten, kurz AfM, als eventuelle Arbeitsvorlage schon einmal hernehmen. Natürlich müßte man an dem Vorschlag noch ein wenig pfeilen, aber die Vorstellung nie mehr mit den Kunden über die Preise zu diskutieren, weil es die Abrechnung durch einen festgesetzten Satz vorschreibt, bereitet mir Wohlbehagen.

Dazu gab es auch schon mal den Blog Preisgruppen im Malerhandwerk.

Mein zweiter Lösungsansatz ist: Den Großhandel in die Pflicht zu nehmen nur noch an Fach- oder Meisterbetriebe zu verkaufen. So umgehen wir den Wettbewerb mit anderen Betrieben, die meinen nur weil sie einen Pinsel in der Hand halten zu können, dürfen diese auch Malerarbeiten ausführen. Keine Diskussionen mehr, dass man diese angeblichen „Malerqualitäten“ auch beim Handwerker nebenan bekommt. Die Gefahr des Pfuschens und der fachlich falschen Verwendung würde dadurch geringer werden. Großhändler die sich nicht an unsere Vereinbarungen halten, könnten boykottiert werden.

Lasst uns wirklich in unseren Kunden, Mitbewerbern, Freunden, Mit-Handwerkern kurz unseren Mitmenschen etwas bewegen!!! Für mehr Wertschätzung des Handwerkes, meinetwegen nennt es auch Revolution!

Das Handwerk hat noch goldenen Boden!

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Euer Malermeister mit Bock auf Blog.

Jens Steenweg

 

 

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